Samstag, 7. Juni 2014

Samstagskaffee

ein harmloser Titel....
....und doch möchte ich heut mal, während ich mit Euch meinen *Samstagskaffee* schlürfe, über ein ernsteres Thema sprechen....nehmt Ihr Euch auch
 eine Tasse und setzt Euch eine Weile zu mir?




folgende Frage schwirrt mir seit einiger Zeit im Kopf rum:
Wie begegnen wir behinderten oder kranken Menschen,
wie gehen wir mit ihnen um?

Nunja, bis vor 2 oder 3 Jahren hätte ich gesagt:
öhem...naja...normal halt.
Klar hab auch ich schon bemerkt, wie wahrscheinlich jeder, der mal mit einem Kinderwagen unterwegs war/ist, wie schwer es z.B. für Gehbehinderte sein muss, weil die Ladentüren sich so schwer öffnen lassen (und oft die Leute ohne zu helfen an einem vorbeiströmen) oder wie wenig Absenkungen es auf den Gehwegen gibt, um diese sicher verlassen zu können, wenn die Strasse überquert werden soll (und hat man endlich eine passende Stelle gefunden, kommt man auf der anderen Seite mit Sicherheit nicht wieder rauf)....oder dass man ewig auf den Fahrstuhl warten muss, weil es der einzige im Gebäude ist....oder sei es nur wie eng manche Gänge in Supermärkten angelegt sind.

Klar, das nervt und kann eine alte Frau mit Rollator schonmal vor quasi unlösbare Aufgaben stellen.




Aber das ist es gar nicht, worüber ich reden möchte...
sondern, wie treten wir Behinderten gegenüber auf?
gaffen wir sie unverblümt an?
schauen wir betreten zur Seite?
Behandeln wir sie automatisch wie Kleinkinder, wenn wir uns an sie wenden?

und da stellt sich mir unweigerlich die Frage:
Wie möchten wir selbst behandelt werden, wenn wir plötzlich durch Krankheit oder einen Unfall nicht mehr der "Norm" entsprechen?




Warum mich das Thema so bewegt?
Das hat verschiedene Gründe:
Zum Einen durfte ich gerade auf einer Feier erleben, wie ein älterer Nachbar, der nach einem schweren Sturz mit Schädel-Hirn-Trauma nun im Rollstuhl sitzt und auch nicht mehr richtig sprechen kann, plötzlich kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft mehr ist.
Klar, alle haben sich gefreut, dass er da war und es ihm wieder "so gut" geht.....aber er, der immer sehr aktiv war und auch jetzt noch durchaus klar im Kopf ist, wurde behandelt wie ein Kleinkind.
Der Tonfall wurde kindlich (und laut!), wenn mit ihm gesprochen wurde,
jeder meinte, ihm die Wange zur Begrüssung tätscheln zu müssen und es wurde über ihn gesprochen ("er sieht aber wieder gut aus") kaum mit ihm, als stände er nicht direkt daneben, als wär er selbst gar nicht da.

Das fand ich so erschreckend und es muss für diesen Mann dermassen demütigend gewesen sein!




Der andere Grund ist, dass meine jüngste Tochter aufgrund einer Krankheit zeitweise im Rollstuhl sitzt. Längere Gehstrecken schafft sie seit ca 2 Jahren nicht ohne dieses Ding.

An und für sich wär das kein Problem...wären da nicht die Leute....
Klar, sag ich immer wieder "da muss man sich ein dickeres Fell zulegen", aber andererseits find ich es auch als Mutter immer wieder erschreckend, wie sehr man, bzw, sie angestarrt wird.
Auf dem Land, in der Stadt, auf dem Flohmarkt, ja selbst im Krankenhaus!

und glaubt mir, dass ist kein unauffälliges Hinsehen, sondern ein direktes Anstarren (gern auch noch mal umdrehen und hinterschauen).

Glauben die Leute tatsächlich, derjenige im Rollstuhl würde diese Blicke nicht bemerken?

Da finde ich Kinder schon herrlich erfrischend, die einfach fragen "Mama, warum sitzt das Kind da in so einem Ding?"
Das finde ich völlig ok und da sollten die Eltern dann das Kind auch nicht betreten zur Seite ziehen, so nach dem Motto: darüber spricht man nicht (passiert echt immer wieder!), sondern vielleicht einfach mal nachfragen.




nur eine kleine Anekdote:
bei einem unserer letzten Flohmarktbesuche habe ich ein Bild erstanden 
(ich zeigs Euch bald...versprochen!).
Ich fand es so schön, meine Tochter total hässlich! ;-)
Es war aber recht gross, so dass sie es auf ihren Schoss nehmen musste, 
weil ich den Rollstuhl nicht mit einer Hand schieben kann.
Nach einiger Zeit meinte sie nur zu mir:
"Hej, das machen wir jetzt immer so!"
als ich etwas verständnislos schaute, kam von ihr
"Endlich starren die Leute nicht mehr mich an, sondern auf dieses furchtbar hässliche Bild!"
Da fiel mir auf: sie hatte Recht und ich musste echt lachen.
immer alles mit Humor nehmen....manchmal klappt´s, manchmal nicht.



Sehr erschreckend finde ich auch, dass sofort angenommen wird, wenn ein Kind im Rollstuhl sitzt, dass es nicht nur körperlich behindert ist, sondern auch gleich weder sprechen, noch denken kann.
Immer wieder begegnen uns Menschen, die völlig erstaunt schauen, wenn sie feststellen, dass dort in diesem Ding ein völlig normaler, cleverer Teenager mit eigener Meinung und eigenem Willen sitzt.

In unserer Gesellschaft war und ist es immer schon ein Problem gewesen, 
von der Norm abzuweichen.
Das fällt mir immer wieder auf, gerade auch im Bezug auf ältere Menschen, die an Demenz leiden.
Auch da wird oft ÜBER sie geredet...während sie daneben stehen und vielleicht gerade einen wachen Moment haben....wie müssen die sich fühlen? 
als wären sie gar nicht da? als seien sie schon tot?
Ich mag es mir gar nicht vorstellen!





Was also können wir in unserem Umgang ändern?
Manchmal hilft es, sich selbst mal vorzustellen, wie man sich in der Lage des Jeweiligen fühlen würde. Was würde man selbst wollen, bzw. nicht wollen?

--> nicht minutenlang starren, als hätte der Mensch E.T. persönlich auf den Schultern sitzen
--> jeden Behinderten wie einen vollwertigen Menschen behandeln und nicht automatisch zum Kleinkind degradieren
--> nicht über ihn sprechen, als wär er gar nicht da, sondern MIT ihm
--> Mitleid....ein wichtiges Thema: sicher gut gemeint, hilft aber nicht.
meine Tochter sagt nach Preis-Verhandlungen auf dem Flohmarkt oft "da habe ich wieder den Mitleids-Bonus bekommen"....und das ist tatsächlich so und hilft ihr in dem Moment dann auch wirklich, ein Schnäppchen zu machen....unangenehm ist es trotzdem.
Hej, das Leben ist schön, auch mit Behinderung, da braucht es kein Mitleid!
--> einfach versuchen, sein Gegenüber so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte, egal ob derjenige nun geistig beeinträchtigt ist oder "nur" körperbehindert.





Ich weiss, das war jetzt ein langer Text, der ausserdem für meinen Blog ungewohnt ernst war....aber es war mir ein Anliegen, darüber zu sprechen....und ich hoffe, niemand empfindet es als "erhobenen Zeigefinger", denn so ist es ganz sicher nicht gemeint.

Mich würden sehr Eure Gedanken und Erlebnisse zu diesem Thema interessieren!
Wer das nicht in einen Kommentar schreiben will, weil es zu persönlich ist, kann mir auch gern eine Mail schicken.
(Adresse findet Ihr oben unter "Kontakt")

Ich denke, mit ein wenig Achtsamkeit können wir viel erreichen....

Liebe Grüße
Eure

viele Gedanken, Bilder und Wochenrückblicke findet Ihr beim
*Sanstagskaffee* von *ninjas sieben*





86 Kommentare

  1. Hallo liebe Smilla,

    vielleicht sollte ich deinen Post erstmal sacken lassen... ach ich schreib einfach mal drauf los. Das du ein tiefsinniger Mensch bist habe ich schon an deinem beeindruckenden Kommentar zum Osterbasteln festgestellt. Ich mache mir auch oft Gedanken so meine Gedanken. Es ist schwierig. Ich bin im allgemeinen ein Mensch, der tiefes Mitleid für jemanden empfindet dem schlimmes widerfahren ist. Wahrscheinlich leide ich viel mehr mit als andere Menschen, kann es aber nicht in Worte fassen oder anders zu Ausdruck bringen. Ich bin da wie blockiert - völlig behämmert - und entziehe mich der Situation. Was den anderen denken lässt sein Schmerz würde mich nicht interessieren. Ähnlich geht es mir bei dem Thema deines Postes. Theoretisch ist mir dein Anliegen und die "angemessene" Verhaltensweise völlig klar und ich denke genauso darüber wie du. Nur in der Praxis ist es nicht so einfach. Natürlich starre ich nicht und ich finde es auch unmöglich wenn ÜBER jemanden gesprochen wird wenn er direkt daneben steht. Auch finde ich es völlig respektlos wenn ewachsene geistig Behinderte automatisch mit dem Vornahmen angesprochen oder von Pflegern vorgestellt werden "das ist der Thomas" Nee, das ist Herr Müller! Trotzallem fällt es mir auch schwer völlig unbefangen zu reagieren. Gut finde ich deine Tipp, die Kinder dazu anzuregen zu fragen warum jemand im Rollstuhl sitzt. Das werde ich machen wenn meine Kinder das nächste Mal fragen. Es gäbe noch mehr dazu zu schreiben. Aber ich glaube das reicht erstmal.

    Liebe Grüße aus Berlin
    Doreen

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    1. Liebe Doreen,
      ich danke Dir dafür, dass Du so ehrlich bist.
      Liebe Grüße
      Smilla

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    2. Ich noch mal. Kannst du mir noch deine Adresse wegen der Nettigkeit schicken?

      LG Doreen

      PS Tolle Resonanz!

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  2. Liebe Smilla,
    erstens : Wunderschöne Fotos!!
    Perfekt passt der Zuckerstreuer dazu :-)

    Nun aber zu deinen Thema:
    HMMMMMMMMMM. Ja....Ich persönlich bin den Umgang mit diesen Menschen "gewohnt".
    Habe ich doch eine Pflege Ausbildung gemacht. Obwohl ich nicht mehr mit Menschen sondern mit OP Instrumenten zu tun habe, habe ich schon viel mit dementen, kranken, verletzten , behinderten Menschen gearbeitet und sie gepflegt.

    Ich denke, Menschen die sich so verhalten, sind UNSICHER und wissen nicht wie sie reagieren sollen.
    Ich will das gar nicht entschuldigen....Überhaupt nicht.
    ABER auch ich , obwohl ich wirklich schon sehr viel mit Menschen gearbeitet habe , bin hin und wieder unsicher gewesen im Umgang (zu Anfangszeiten meines Berufes).
    Und ich gestehe: Auch ich hatte ein manches mal Mitleid.
    Oh Mensch, da könnte ich schon Geschichten erzählen, welche Schicksale einem da über den Weg laufen in einem Krankenhaus...
    Da wird einem schön schlecht, das sage ich dir .... :-(

    Erst unlängst, fuhr ich im Krankenhaus mit dem Lift.
    Mit mir im Lift, ein Mädchen, so um die 17 Jahre.
    Ihr Gesicht war über und über von blauen Flecken, die Nase gebrochen.
    Sie wurde vermutlich geschlagen....
    Also ganz ehrlich:
    Mir wurde es richtig mulmig in der Magengegend.
    Mir tat das Mädchen leid.
    So richtig leid.
    Aber ich hab sie nicht angestarrt, ich habe versucht mich so normal wie möglich zu benehmen.

    Das ist nur eine Situation, von ganz vielen die ich tagtäglich im Krankenhaus erlebe.

    Aber mir wäre nie in den Sinn gekommen, jemanden verächtlich zu behandeln....Nie und nimmer.
    Unsicherheit und Mitleid Ja..Das gebe ich zu.
    Aber Verachtung ...NEIN!

    Ich kann jetzt nur für mich sprechen/schreiben.

    Natürlich verstehe ich dich absolut gut. Sehr gut sogar.
    Ich kann mich in die Rolle des Betroffenen sehr gut hineinversetzen.

    Oh was glaubste, wie unangenehm es z.B. ist , wenn du jemanden z.B. im Intimbereich bei der Körperpflege helfen musst.
    Das sind alles so Dinge, die sehr viel Feingefühl benötigen....
    Man muss den Menschen trotzdem Respekt gegenüber bringen.
    Obwohl der jetzt gerade "hilflos" und "nackt" vor einem liegt....
    Oder gerade DESWEGEN....

    Ich könnte noch so viel dazu schreiben.
    Hoffe du verstehst mich nicht falsch.

    Ich persönlich würde mir wünschen, das die Menschen, wenn sie schon unsicher sind, dazu auch stehen und es nicht verheimlichen wollen und dann so komisch reagieren.

    Hoffentlich verstehst du wie ich das alles meine ....

    Viele Liebe Grüße
    Deine Tina

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    1. Liebe Tina,
      ja, ich denke, ich verstehe genau, wie Du das meinst...keine Sorge...und ich danke Dir, für die Zeit, die Du Dir genommen hast, Deine Gedanken aufzuschreiben.
      Liebe Grüße
      Smilla

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  3. PS: Mich würden deine Gedanken zu meinem Kommentar interessieren. Vielleicht magst du ja mit mir darüber mailen?

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    1. die Mail kommt....versprochen...vielleicht nicht heute, aber ganz bald ;-)

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  4. Liebe Smilla,
    ich finde Deine Gedanken zu diesem Thema wichtig und richtig und genau am richtigen Ort. Auch ich habe Bekannte in meinem Umfeld, die behindert sind und es ist sicher sowieso nicht leicht haben. Daher ein großer erhobener Daumen für Deine Worte! Liebe Grüße, Tanja

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  5. liebe Smilla,
    wie schön dass du dieses Thema angesprochen hast und vor allem so ganz "normal". Ich denke die Blicke der Menschen, sind oft einfach nur ihre eigenen Betroffenheit und Unsicherheit oder es spulen sich in dem Moment Gedanken/Situationen in ihrem Kopf ab, die mit dem Betroffenen oft gar nichts zu tun haben.
    Ich glaube die Menschen sind einfach nur verunsichert,denn es gibt so viele verschiedene Gründe, warum jemand im Rollstuhl sitzt. Warum man mit ihnen dann in einem anderen Ton spricht, wie mit jedem anderen verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht. Ich glaube das springt bei Vielen ganz unbewusst an, sollte einem dann aber sofort auffallen und besser lassen. Das ist mal die eine Seite aber andererseits, denke ich wie du. Nicht über die Person sprechen, sondern mit ihr und vor allem sie als VOLL nehmen, denn egal wie Jemand sich fortbewegt er ist und bleibt ein Mensch genau wie DU! Egal wie gerade der Körper eines Menschen ist, gesund oder mit Behinderung, er ist und bleibt ein voller Mensch wie Ich und Du!!

    Kinder können in Begegnung mit Behinderten ( sorry, blödes Wort) oft erfrischend - normal - sein, eben ehrlich und ohne Angst etwas Falsches zu sagen. So eine "normale Begegnung" wünsche ich mir auch im Alltag und es ist schön dass es immer mehr Möglichkeiten bei uns gibt wo sich Menschen mit/ohne Behinderung begegnen können.

    LG
    Bettina

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    1. ja genau, die Unsicherheit ist ein grosses Thema. Das sehe ich auch so.
      Danke für Deine Gedanken zum Post!
      Liebe Grüße
      Smilla

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  6. Guten Morgen, ja, ganz schön viel am Samstag-Morgen. Ich habe oft den Eindruck, dass das Problem darin liegt, dass Krankheit (und Tod) ziemlich aus der Gesellschaft verbannt wird. Als wir in der Schwangerschaft wussten, dass unsere mittlere Tochter krank zur Welt kommen wird, haben uns viele gesagt, dass wir sie nicht bekommen sollten, weil es ja anstrengend werden könnte. Nach der Geburt und als sie mit vier Monaten gestorben ist, wussten viele nicht, wie sie mit uns umgehen sollen. Man möchte sich nicht mit dem Gedanken befassen, selber (oder jemand im engen Kreis) krank zu werden oder sterben zu können.
    So, genug Senf von meiner Seite. Hab ein tolles, langes Wochenende!
    Sonja

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    1. Liebe Sonja,
      das sind sehr persönliche Worte von Dir und ich danke Dir dafür herzlich!
      Ja, es ist "unangenehm" jemandem gegenüber zu treten, dem etwas Schreckliches passiert ist und viele Menschen möchten das Thema am liebsten unter den Teppich kehren und übersehen dabei, dass sie demjenigen oft am meisten helfen können, wenn er mit ihnen über das, was auch immer geschehen ist frei reden kann.
      Dir auch ein schönes Wochenende!

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  7. Vielleicht haben wir einfach zu wenig Gelegenheit, den Umgang mit Menschen, die anders sind, zu üben. Jedenfalls, danke für deine Gedanken. Sie regen zum Nachdenken an, und wenn wir das nächste Mal einem behinderten Menschen begegnen, sind wir schon ein bisschen vorbereitet.

    Grundsätzlich geht es bei jeder Begegnung um Respekt. Den bringe ich schon einem Baby entgegen, einem alten Menschen, einem kranken oder behinderten. Und es geht um Würde und so gehe ich mit jedem würdevoll um, auch wenn die Person hilflos ist. Die Frage, wie möchte ich in einer solchen Situation behandlet werden, hilft immer, denn ihr liegt die Fähigkeit zu Grunde, sich im Gegenüber zu sehen. Und schon sind wir auf gleicher Stufe.

    Schönes Wochenende. Regula

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    1. aaahhhh....Würde! das ist das Wort, das mir gefehlt hat! Danke.
      Du hast so Recht.
      Liebe Grüße
      Smilla

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  8. Guten Morgen Smilla !
    Ein wichtiges Thema, dass Du hier angesprochen hast. Und ich finde das gut !

    Ich selber bin mit einem schwerbehinderten Cousin aufgewachsen und kenne so etwas, wie schiefe Blicke etc.
    Es ist immer schwierig abzuschätzen, wie man selber damit umgeht. Denn auch die gehandicapten Leute reagieren ja nicht immer gleich. Manche Rollstuhlfahrer z. B. wollen Hilfe und nehmen sie gerne an, manche sind regelrecht unverschämt, nach dem Motto "Hoppla, hier komm ich und alle müssen wegspringen".
    Manchmal erkennt man eine Behinderung vielleicht auch nicht auf den ersten Blick als solche und starrt daher jemanden an, weil einem etwas seltsam erscheint.

    Mein Sohn hat eine Montessouri-Grundschule besucht, auf die viele behinderte Kinder gehen.
    Und ich finde, er geht sehr gut damit um : Nicht anstarren, sondern fragen ! Hilfe anbieten aber nicht aufdringlich sein.
    Den gehandicapten Menschen als einen normalen Mitmenschen zu sehen.
    Das finde ich sehr gut und ich selber versuche, genauso zu reagieren.
    Und genau das würde ich mir auch wünschen, wenn ich ein Handicap hätte.

    Das Deine Tochter diese Situation mit dem hässlichen Ding mit so einem tollen Humor genommen hat,
    finde ich grossartig :o) ! Ich glaube, wenn man das so macht, nimmt man sämtliche Hürden !

    Einen wunderschönen sonnigen Samstag, liebe Smilla !
    Und an dieser Stelle mal eine liebe Umarmung :o)
    Anja

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    1. Liebe Anja,
      auch unter Rollstuhlfahrern gibt es blöde Menschen, keine Frage ;-) schliesslich haben sie diesselben Fehler und Schwächen wie Du und ich.
      Danke für Deine lieben Worte,
      liebe Grüße
      Smilla

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  9. Liebe Smilla,
    dein heutiger Post hat mich sehr bewegt! Ich finde es sehr mutig und toll, dass Du dieses Thema ansprichst. Ich arbeite in meinem Beruf als Ergotherapeutin mit vielen gehandicapten Menschen, was nicht immer eine Behinderung sein muss. Ich persönlich bin auch sehr betroffen, wenn mir meine Patienten erzählen wie einige Leute mit ihnen in der Öffentlichkeit umgehen. Da kann ich manchmal nur den Kopf schütteln. Ich versuche meinem Sohn zu vermitteln, dass er ganz normal mit „behinderten Menschen“ umgehen soll. Denn grade kleine Kinder sind so sensibel in diesem Thema und sie sollten nicht betreten zur Seite genommen werden wenn sie einen gehandicapten Menschen ansprechen.
    Ich wünsche deiner Tochter ganz viel Selbstbewusstsein und euch ein tolles langes Wochenende.
    Liebste Grüße
    Kerstin B.


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    1. Danke Dir, durch Deinen Beruf kannst Du sicherlich einiges gut nachvollziehen.
      Dir auch ein schönes Wochenende,
      lg
      Smilla

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  10. Hello! Mmmmh. Das ist schon ein ernstes Thema - da reicht auch ein Kommentar nicht aus. Es ist glaube ich schwer für beide Seiten. Als Mensch ohne Handicap auf einmal konfrontiert zu werden, ist eine Herausforderung, denn ganz ehrlich: es bereitet einen ja niemand drauf vor. Die Integration von behinderten Menschen in der Gesellschaft geht weiter voran - nur leider zu langsam - und das fängt schon in der Kita und der Schule an. Ich gebe dir recht, ich finde es mit Kindern und ihrer offenen Art wesentlich einfacher, das ist einfach ehrlich. Unsere Tochter geht auch in eine Integrationskita und hat somit jeden Tag mit Kindern zu tun, die in irgendeiner Art und Weise gehandicapt sind. Es ist für sie normal und daher kein großes Gesprächsthema. Auf Erwachsenenebene sieht das wieder anders aus. Wir haben in unserer Familie auch jemanden mit Demenz, allerdings sehen wir uns nicht regelmässig. Ich gebe zu, bei jedem Sehen und Treffen checke ich selbst auch erstmal ab, wie wir uns heute wieder am Besten begegnen - und das ist mit Sicherheit nicht böse gemeint. Grundsätzlich muss die Gesellschaft einfach feinfühliger werden, mit offeneren Augen durch die Welt gehen, es ist genug Platz für alle da. Und man muss lernen, sich immer und überall auf Augenhöhe zu begegnen. Das mag am Anfang schwer sein, aber nur, weil jemand zum Beispiel ein Bein verloren hat, hat sich doch nicht sein Hirn auch proportional verkleinert. Und ich glaube, das ist auch einer der Knackpunkte.
    Okay, jetzt schon wieder sehr viel geschrieben. Ich wünsche Dir und Deiner Tochter ein tolles langes WE! Jetzt mal tief durchatmen und die Sonne geniessen.

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    1. *lach* ja, der Satz mit Bein und Hirn bringt es so ziemlich auf den Punkt.
      Damit hast Du es noch viel besser ausgedrückt, als ich es könnte.
      Danke Dir dafür!

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  11. Liebe Smilla,
    zunächst mal: Ich finde es ganz ganz toll, dass Du dieses Thema ansprichst!!! Leider kann ich aus eigener Erfahrung mitreden. Mein Bruder hatte mit 6 Jahren einen Autounfall und als er in die Pubertät kam, musste er auch im Rollstuhl sitzen. Genau diese demütigenden Erfahrungen, die Du so treffend beschrieben hast, mussten wir auch machen. Es wurde hemmungslos geglotzt und getuschelt. Leute haben die Straßenseite gewechselt, wenn sie uns kommen sahen. Meine Eltern waren sehr isoliert. Ich wurde erst 2 Jahre nach seinem Unfall geboren und habe meinen Bruder gesund nie kennen gelernt. Was mir immer besonders weh getan hat, dass er zwar körperlich behindert war, aber geistig voll da und genau gemerkt hat, wie dumm und verletzend sich viele Menschen ihm und uns gegenüber benommen haben. Wenn ich heute mit meinem Sohn unterwegs bin und wir sehen Menschen mit Behinderungen und er fragt mich danach, erkläre ich ihm das. Normal und unaufgeregt. Ich möchte gar nicht erst dieses Klima von peinlicher Berührtheit aufkommen lassen. Vor einigen Jahren ist bei meinem Mann eine Auto-Immunkrankheit ausgebrochen. Infolge dessen musste er auch einige Wochen im Rollstuhl sitzen. Als wir für unseren Sohn Schuhe gekauft haben, konnte man an den Blicken der Leute genau sehen, was sie dachten. "Wie konnte DER Krüppel nur ein Kind zeugen?" Ich habe mich wieder genauso für meine Mitmenschen fremdgeschämt, wie damals als mein Bruder noch lebte. Ich finde so ein Verhalten wirklich beschämend und kann Deine Gefühle so gut nachempfinden. Es wird einem manchmal wirklich sehr schwer gemacht, gelassen zu bleiben. Dabei kann es jederzeit jeden treffen, ein falscher Schritt, zur falschen Zeit am falschen Ort oder man wird krank und landet im Rollstuhl. Dir und Deiner Tochter wünsche ich von Herzen den nötigen Humor und Weitblick, mit solchen Situationen umzugehen und das Leben zu genießen!!!

    Viele liebe Grüße
    Birgit

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    1. Danke liebe Birgt, für diesen sehr persönlichen Kommentar.
      Ja...fremdschämen...genau...auf besagter Feier wär ich am liebsten aufgesprungen und hätte die Leute im Gesicht betätschelt, nur damit sie mal sehen, wie das ist....
      Liebe Grüße
      Smilla

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    2. Liebe Smilla,
      ein wunderschöner Post muss ich erst mal sagen. Wirklich
      ganz toll!
      Mit diesem Thema hab ich täglich zu tun, da ich eine
      geistig behinderte Schwester hab. Und das ich wirklich
      nicht immer einfach. Noch sind meine Eltern so fit, dass
      sie das Meiste machen, meine Schwester ist 40 Jahre als
      und ich 44 und irgendwann, wenn meine Eltern nicht mehr
      ganz so fit sind, werd ich wahrscheinlich das mal übernehmen.
      Es ist immer schwierig mit den anderen Leuten, die starren
      oder so. Aber ich glaub, dass das oft gar nicht Absicht ist,
      bestimmt oft Mitleid und ganz bestimmt oft einfach Hilflosig-
      keit, weil sie einfach nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen.
      Ich schreib Dir die Tage mal eine Mail, wenn ich mehr Zeit
      habe... ok?
      Ganz liebe Grüße
      Christiane

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    3. Oh ja gern, ich würde mich sehr freuen, mehr von Dir zu lesen!
      liebe Grüße
      Smilla

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  12. Ich kenne das Gefühl. ich bin weder behindert oder sonst was, meine Mutter hat früher in meinem Beisein über mich und meine Charaktereigenschaften und Eigenheiten und Angewohnheiten gesprochen mit anderen Menschen gesprochen und das war mehr als unangenehm und es waren nicht die positiven Dingen, die besprochen wurden (z. B. Sabine hat eine 1 geschrieben). Man sollte allen Menschen höflich und respektvoll gegenübertreten.
    Liebe Grüße und ein schönes Pfingstwochenende
    Sabine Z.

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    1. Da hast Du natürlich Recht: jeder sollte respektvoll behandelt werden, ganz gleich wie er ist.
      Das gilt für gesunde Menschen genauso wie für solche, die es nicht sind.
      Liebe Grüße
      Smilla

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  13. Ich finde es gut und wichtig, das auch mal ein solches Thema angesprochen wird. Ich denke auch, das es oft Unsicherheit ist, das die Menschen sich so verhalten. Selbst arbeite ich seit Jahre in der Pflege mit Demenzkranken und bin daher den Umgang gewohnt, für mich ist es etwas völlig normales. Mein Mann aber zum Beispiel hat große Berührungsängste und weiß auch nicht wie er sich verhalten soll. Wie so viele andere aus. Es ist allerdings wirklich respektlos über jemanden zu sprechen, als sei er nicht da. Und sogar in meinem Job erlebe ich Pflegekräfte, die in der von Dir beschriebenen Weise agieren und Behinderte oder Demenzkranke wie Kleinkinder behandeln, das ist aber glücklicherweise die Ausnahme.
    Unsere heutige Gesellschaft ist auf Jugend, Schönheit, Gesundheit ausgelegt und da ist für andere Menschen oft kein Platz und auch wenig Verständnis. Ich hoffe, das unsere Gesellschaft umdenkt und auch diesen Menschen den ihnen gebührenden Stellenwert einräumt und ihnen mit Verständnis und Respekt begegnet..
    In dem Heim, in dem ich arbeite, gibt es einen jungen Mann, der körperbehindert ist, im Rollstuhl sitzt, und sich nicht artikulieren kann und nur Laute von sich geben kann. Viele denken er sei doof. Und das ist er mitnichten. Er vesteht nämlich alles und reagiert auch richtig.
    In meiner Freizeit habe ich ihn abgeholt und mit in die Stadt zum Eisessen genommen. Er hat sich sooo gefreut. Ich mich weniger, als ich die Blicke bemerkte, die ihn trafen. In manchen Gesichtern konnte man lesen, das sie ihn für einen Idioten hielten und mich bemitleideten. Dieser junge Mann ist wesentlich herzlicher und freundlicher und auch glücklicher als viele Normalos, die ich kenne! Von ihm und seiner offenen Freundlichkeit könnte sich so mancher eine Scheibe abschneiden! Viele, die heute abschätzig urteilen, könnten morgen selbst hilflos im Rollstuhl sitzen!

    Viele liebe Grüße,
    Tanja

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    1. Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, dieses Erlebnis zu schreiben....genauso ist es leider oft....und genau deshalb hab ich diesen Post verfasst.
      Liebe Grüße
      Smilla

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  14. Liebe Smilla,
    ein wirklich ungewohntes Thema hier in unserer "schönen Blogwelt".
    Aber ich finde es ganz toll, dass Du so intensiv darüber geschrieben hast. Und ich finde es wirklich gut, dass Du über dieses Thema, das Dich ja direkt betrifft, auch so offen schreibst.
    Da ich ein sehr feinfühliger Mensch bin, und auch immer auf Leute verschiedener Art zugehen kann, habe ich ein sehr gutes Verständnis behinderten Menschen gegenüber.
    Ein Arbeitskollege von mir ist gehörlos und ich war damals wirklich die Einzige in der ganzen Firma, die auf ihn zuging, ihn versuchte zu verstehen, ihm auch mal half und letztendlich selbst die Gehörlosen-Sprache erlernte. Was ich mit meinen Augen und Ohren mitbekam, wie Kollegen mit diesem netten und auch sehr cleveren Menschen umgingen, ließ mich oft erschrecken. Eigentlich stempelte ihn jeder wie einen geistig Behinderten ab.
    Deshalb schaue ich auch nicht weg, wenn ich einen Menschen mit Behinderung sehe. Ich starre ihn aber auch nicht an. Ich versuche auch mal "Augenkontakt" zu halten, so wie es auch mit anderen Menschen mache.
    Deine Geschichte über Deine Tochter, wie Ihr so den Flohmarkt "unsicher" macht, fand ich so schön und ich konnte es mir auch bildlich vorstellen. Aber ich freue mich, dass Ihr beide (oder wahrscheinlich auch Deine ganze Familie) es mit viel Humor nehmt, ich glaube anders geht so etwas sonst auch gar nicht.
    Ich habe auch ähnliches erlebt, als mein Papa starb. Denn es gab so viele Menschen, die überhaupt nicht gefragt haben, was er hatte oder warum er so schnell gestorben ist. Über dieses Thema können viele auch nicht reden, sie verschweigen es dann lieber und gehen zur "Tagesordnung" über.
    Dir wünsche ich noch ganz viel Freude mit Deiner Tochter. Wie ich mir denken kann, lebt Ihr beide Eure Leidenschaft für Flohmärkte aus - das finde ich klasse. Vielleicht treffen wir uns dann ja mal irgendwo auf einem Markt. Ich komme dann auf alle Fälle auf Euch zu!
    Liebe Grüße
    ANi
    P.S.; Ich wollte nur fragen, ob mein Päckchen bei Dir ankam. Denn dann kann ich diesen Postzettel vernichten.

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    1. Liebe Ani,
      ja, ich weiss, es ist "schwere Kost" für die Blogger-Welt, aber so ist das Leben ;-)
      und Behinderung ist genau wie der Tod leider immer noch ein Tabuthema.
      Danke Dir für Deine Worte! und ja, das Päckchen ist (eben gerade!) angekommen, ich hätte Dir auch noch gemailt.
      Zeigen werd ich es erst nächste Woche ok? hab mich aber ganz doll gefreut!!!
      Smilla

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  15. Liebe Smilla,
    Danke, für Deinen außergewöhnlichen Post, der mich doch sehr zum Nachdenken angeregt hat. Wie gehe ich mit behinderten Menschen um? Da es an unserem Wohnort eine große Einrichtung für geistig und körperlich behinderte Menschen gibt, bin ich von kleinauf die Begegnungen gewohnt. Na klar habe ich als Jugendliche lieber weggeschaut, wenn diese Menschen auf der Straße geschrien oder gewunken haben. Heute winke ich zurück, lächele Ihnen zu und behandele sie einfach wie jeden anderen Menschen auch, der mir begegnet.
    Intensiveren Kontakt zu einem schwerst behinderten Mädchen habe ich vor rund 4 Jahren gemacht. Das Mädchen ist so alt wie meine Tochter, hat seit Geburt Hirnschädigungen (möglicherweise wegen Alkohol- und Drogenkonsums der Mutter während der Schwangerschaft), ist somit leider auch hirnblind, kann nicht sprechen, hat permanent epileptische Anfälle, sitzt fixiert in einem Rolli, muss künstlich ernährt werden und und und. Ja, und dieses Kind kam in die Gruppe meiner Tochter in den Kindergarten (ein Regelkindergarten übrigens). Und es war unglaublich, dieses Kind war eine derartige Bereicherung für die Gruppe. Alle Kinder waren völlig verrückt nach der Süßen, so dass sie manchmal aus dem Geschehen genommen werden musste, damit sie wieder zur Ruhe kam. Trotz (oder wegen?) ihrer schweren Behinderung wurde die Kleine von einem ganz lieben Ehepaar als Pflegekind aufgenommen. Solche Menschen verdienen meines Erachtens den allergrößten Respekt.
    Seitdem beachtet meine Tochter Rollstuhlfahrer kaum noch, für sie ist es ein Stück weit Normalität geworden. Und ich finde das toll - sie starrt die Menschen nicht an (was für Eltern ja auch durchaus peinlich werden kann) und stellt auch keine Fragen nach dem Weshalb (die ich ja sowieso nicht beantworten könnte).
    Fazit: Also wir behandeln behinderte Menschen (gleich ob körperlich oder geistig behindert) völlig normal. Wenn wir erkennen, dass sie Hilfe benötigen z. B. beim Überqueren der Straße, helfen wir natürlich wie wir das bei jedem gesunden Menschen auch tun würden.
    Liebe Grüße und ein schönes Pfingstwochenende wünscht
    Simone

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    1. Prima, so sollte es sein! mehr will ich gar nicht ;-)
      Danke für Deinen Kommentar!
      Liebe Grüße
      Smilla

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  16. Liebe Smilla,

    ein toller und sehr aufwühlender Post. I
    n unserer Zeit, in der es immer schneller, immer besser und immer effizienter wird, ist es für einen behinderten Menschen (egal ob körper- oder geistbehindert) sehr, sehr schwer einen Platz in der Gesellschaft zu bekommen. Ich schreibe bewusst bekommen, nicht finden. Die Behinderten würden den Platz sehr wohl finden, nur wir "Normalos" lassen das nicht zu. Warum??? Vielleicht einfach auch aus der Angst heraus, wir könnten auch einmal so "enden". Wir Menschen entwickeln uns ja immer weiter....nur leider bleibt dabei die Empathie auf der Strecke!!! Wir können uns einfach nicht mehr in andere Menschen eindenken. Wir leben eigentlich auch nur für den nächsten Tag...wer lebt schon im Heute??? Ich persönlich habe keine Probleme mit Behinderten. Von klein auf bin ich mit einem behinderten Verwandten groß geworden und kenne die Blicke und Reaktionen nur zu gut. Aber vielleicht sollten wir nicht nur den Finger heben und die Menschen schlechtreden. Es ist einfach sehr wichtig, diejenigen direkt auf ihre Fehler anzusprechen. Ich an deiner Stelle hätte auf der Geburtstagsfeier einfach den Mund aufgemacht und hätte meine Meinung dazu abgegeben. Das hätte dem armen Mann ganz bestimmt sehr geholfen und die Anderen wären ins Grübeln gekommen.
    Wie ich aus deinen Worten schließen kann, nimmt deine Tochter das Ganze mit viel Humor....anders geht es leider nicht :-)
    Dir wünsche ich viel Kraft, eben diesen Humor auch zu finden und zu pflegen!!

    Ich grüße Dich ganz lieb
    Bianca

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    1. Ja, Du hast so Recht, ich hätte etwas sagen MÜSSEN und habe mich im Nachhinein auch sehr (über mich selbst) geärgert, dass ich mich nicht getraut habe!
      Ganz sicher wollte ich mit diesem Post auch nicht mit erhobenem Zeigefinger die Schlechtigkeit der Menschen anprangern....ich wollte nur zum Nachdenken anregen, denn viele sind sich sicher nicht bewusst, wie verletztend ihr Verhalten manchmal sein kann....es meint ja niemand böse.
      Den Humor finde ich nicht immer in solchen Situationen....aber immer öfter ;-))
      Das Mutterherz zieht sich allerdings trotzdem oft noch schmerzhaft zusammen, auch wenn ich nach aussen Witze darüber mache....
      Danke für Deine Meinung zu diesem Thema!
      Liebe Grüße
      Smilla

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  17. Hallo liebe Smilla,
    danke für deinen lieben Kommentar auf meinem Blog!

    Ddein Thema heute finde ich an-rührend und be-rührend.
    Was ich dazu denke? Ich glaube, dieses Anstarren und/oder Wegstarren liegt an der Unsicherheit der Leute. Das passiert wohl immer dann, wenn man denjenigen nicht kennt.
    Ich stelle mir gerade vor, wenn es ein guter Bekannter ist oder eine Nachbarin (bei uns ein paar Häuser weiter). Da geht man dann völlig normal mit demjenigen um. Ich merke aber auch, daß z.B. unsere Nachbarin selbst ein bißchen weniger spontan und wild und kreativ geworden ist, seitdem sie im Rollstuhl sitzt. Früher war sie viel energiegeladener; jetzt ist sie mehr zurückhaltend geworden in ihrem Wesen. Trotzdem gehe ich mit ihr noch (relativ) normal wie vorher um. Es ist wirklich schwierig. Ich denke, selbst als Mutter würde man mehr zu "betutteln" anfangen, als noch zuvor. Und mit einem Fremden ist man dann eben verunsichert.
    LG Sanne

    PS: Ihr schafft das! Die Idee mit dem Bild ist doch gar nicht so schlecht. Ich stelle mir gerade vor, wenn man etwas wirklich Irres angezogen hat oder einen verrückten Hut: dann sprechen die Leute vielleicht mehr über die Kleidung und das "arme" Kind, das so etwas tragen muß, als über die Behinderung; und sie sind dadurch vielleicht auch wieder viel ungezwungener. Was denkst du?

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    1. *lach* ja die Idee ist gar nicht schlecht....aber ob ich meine Tochter (die immer versucht um keinen Preis aufzufallen) dazu bekomme? Vielleicht sollte ICH es sein, die was verrücktes anzieht, das lenkt die Aufmerksamkeit von ihr ab.
      Danke Dir in jedem Fall für Deine Worte, dieses "zurückhaltender werden" kenn ich hier auch, hat vielleicht damit zu tun, dass man niemandem zur Last fallen möchte und sich dann eher zurückzieht....
      Liebe Grüße
      Smilla

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  18. Liebe Smilla,
    erst einmal vielen Dank für deinen tollen Post, du postest ja fast jeden Tag, tut mir Leid, da komme ich ja nicht immer hinterher mit dem Kommentieren, tut mir Leid :(
    Ja, also mir ist natürlich auch völlig klar, was du mit deinem Post sagen möchtest und verstehen tue ich deine Argumente eigentlich auch... Aber leider erwische ich mich selbst immer dabei das ich Mitleid zeige... Dieses Angeglotze finde ich persönlich auch ganz schlimm, desswegen achte ich immer extra drauf nicht so zu glotzen, aber ganz weggucken ist auch doof, das verstehe ich, ein kleines, nettes Lächeln wäre doch da nicht schlecht... ach weißt du das ist wirklich schwierig, auch mit Dementen sollte man natürlich umgehen wie mit ,,normalen Erwachsenen" und nicht wie mit Kindern... da ist sowieso ein Unterschied zu machen denke ich zwischen körperlicher Behinderung und geistiger,... Leider kenne ich mich da auch nicht ganz so aus, aber ich würde fast denken, dass es für geistig Behinderte(natürlich nicht für alle!!) einfacher ist mit einfacher Sprache zu reden, was natürlich nicht böse gemeint ist .. mhmm , ich werde mir auf jeden Fall mal intensivere Gedanken machen, das waren jetzt nur meine ersten Gedanken dazu...
    Viele liebe Grüße an dich und ein schönes Wochenende!
    Bella

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    1. Liebe Bella,
      ja, ich weiss....ich bringe hier gerade "schwere Kost" auf einen sonst eher "leichten" Blog.
      Und dass es schwierig ist, bestreite ich gar nicht....aber wenn ich Dich schonmal dazu bringe, Dir Gedanken über das Thema zu machen...ja, dann habe ich genau das erreicht, was ich wollte! ;-)
      Liebe Grüße
      Smilla
      P.S: wir haben anscheinend gerade gegenseitig auf dem Blog des anderen kommentiert...Synchron-Kommentieren sozusagen ;-)

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  19. Mit älteren Menschen habe ich in letzter Zeit mehr Umgang. Ich erwische mich wie ungeduldig ich bin und zwinge mich entspannter zu sein. Zeit zu nehmen Dinge zu wiederholen, lauter zu sprechen und überhaupt älteren Menschen den Raum zu geben, den sie benötigen. Lieben Gruß zu dir Iris

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    1. Auch Dir Danke für Deinen Kommentar.
      Ja ab und an müssen wir uns selbst kontrollieren, das sehe ich auch so....denn irgendwann stehen wir vielleicht auf der anderen Seite und sind froh und glücklich, wenn jemand dann mit UNS geduldig umgeht.
      Lieben Gruß zurück!

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  20. Liebe Smilla,

    ich finde es sehr stark und toll von dir, "hier" ein solches Thema anzusprechen und - wenn auch nur eine "kleine" Menge - zum Denken anzuregen. Erst war ich ein wenig erstaunt, denn mal ehrlich, fast jeder von uns der sich durch Blogs klickt, erwartet immer nur schöne, positive und tolle Posts und Geschichten, der Rest wird ausgeschalten oder einfach ignoriert.

    Durch meinen Beruf in der Pflege habe ich natürlich öfters mit behinderten Menschen zu tun und leider kann ich das, was du schreibst nur bestätigen. Es wird gestarrt. Und es wird peinlich berührt bewusst versucht woanders hinzuschauen und die Berührungsängste sind enorm. Ja, wenn man mit jemandem, der nicht der "Norm" entspricht unterwegs ist, kann man oft fast förmlich die Gedanken von den Gesichtern ablesen - traurig! Dabei ergeht es einem als Begleiter genauso.

    Es ist noch gar nicht sehr lange her, da war ich in meiner Ausbildung auf einer Station mit geistig mehrfachbehinderten Menschen, die zusätzlich noch eine psychische Erkrankung haben. Und dort war es gang und gebe, dass die Pflegekräfte, die Patienten mit dem Vornamen ansprachen und dutzten - und mir versuchten zu erklären, dass sie darauf "besser hören" und sich eher angesprochen fühlen - totaler Quatsch und ich finde es unverschämt, wie man schon so anfängt, eine gewissen Macht auszuüben und ein Näheverhältnis zu jemandem schafft, der vermeintlich nicht in der Lage ist es zu verstehen.

    Genauso habe ich auch oft in Visiten erlebt, dass Ärzte mit den Patienten in der 3. Person reden, also so wie du es beschreibst quasi über jemanden, statt einfach mit ihm.

    ..und so könne ich weiterschreiben ohne Ende und voller Wut und Enttäuschung auf meine Mitmenschen, die sich so einen Weg ausgesucht haben, mit Behinderungen umzugehen, ist ja auch viel bequemer als sich damit auseinanderzusetzen.

    Liebe Grüße,
    Lolá

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    1. Liebe Lola,
      Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, Deine Erfahrungen aufzuschreiben!
      Als ich meinen Post schrieb, dachte ich noch: vielleicht stehe ich mit meiner Meinung alleine da?
      Schön, dass es nicht so ist!
      Liebe Grüße
      Smilla

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    2. Liebe Lola,
      in der 3. Person reden, das machen Ärzte auch bei Menschen ohne Handicap.
      Ebenfalls Eltern mit ihren Kindern. Kinder mit ihren Eltern ( wenn sie zwar älter sind aber ansonsten noch durchaus fit). Zum Beispiel Augen verdrehen! Und sie kriegen es mit. Man muss keine Behinderung haben um Opfer von Respektlosigkeit zu werden. Das ist ein Problem in unserer Gesellschaft! Keine Ahnung ob das Machtgehabe ist? Ich weiß es nicht!
      Liebste Grüße Kerstin

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  21. Liebe Smilla,

    jetzt sitze ich hier und habe den Kopf voll mit Worten und weiß nicht, wo und wie ich beginnen soll.
    Die Bilder, die du zu diesem Thema ausgewählt hast, sind nicht nur wunderschön, sondern perfekt zu deinem Post.

    Ich finde es großartig, dass es den Rollator für Menschen gibt, die ohne dieses Teil zuhause bleiben müssten oder nur in Begleitung das Haus verlassen könnten.
    Ebenso großartig ist es, dass es Rollstühle für Menschen gibt, die nicht mehr laufen können, Menschen, die nur noch den Kopf bewegen können, Menschen, die ohne dieses Teil zuhause bleiben müssten oder nur in Begleitung das Haus verlassen könnten.
    Gar nicht großartig ist genau das Verhalten, das du beschreibst.
    Nur weil ein Mensch im Rollstuhl sitzt, habe ich doch nicht das Recht, ihn als meschugge oder nicht seinem Alter entsprechend zu behandeln!
    Es gelingt mir nicht immer, mich angemessen zu verhalten, aber ich bemühe mich sehr darum. Und wenn ich sehe, dass ein Mensch im Rollstuhl vielleicht Hilfe benötigt, dann frage ich: "Darf ich helfen?" Denn können kann ich, dürfen aber nicht ohne Weiteres. Und wenn ich dann eine Abfuhr bekomme, dann wende ich mich mit einem Lächeln ab, um mein Verständnis dafür zu zeigen. Und nie würde ich auf die Idee kommen, eine gehandicapten Menschen einfach mit Vornamen anzureden oder ihn gar zu duzen, wenn es denn kein Kind ist. Das Sprichwort "Was du nicht willst, das man dir antut, das tu' auch keinem anderen an" hilft hier enorm, sich respektvoll zu verhalten. Denn "So wie man in den Wald reinruft, so schallt es zurück" ...
    Auch wenn sich meine Worte vielleicht wie eine Selbstbeweihräucherung lesen: ich bin bestimmt kein Gutmensch. Es gibt nur einfach Dinge und Verhaltensweisen, die ich ganz und gar unangebracht finde und eben diese versuche ich besser zu machen als die, über die du und ich und viele andere sich hier zu Recht ärgern.

    Sei ganz lieb gegrüßt und hab' mit deinen Lieben ein schönes Pfingstwochenende ... Frauke

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    1. Liebe Frauke,
      ja! Genau so sollte es sein. Und wenn wir hier nur ein paar Menschen zum Nachdenken anregen können, hab ich schon was erreicht. Danke für Deine lieben Worte!
      Liebe Grüße
      Smilla

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  22. Liebe Smilla,
    interessant ist es bei dir heut. Ich finde es gut, dass du so ein Thema anschneidest und zum Diskutieren und Nachdenken anregst. Da ich auch hin und wieder mit behinderten Menschen zu tun habe mache ich mir im Alltag, wenn mir jemand auf der Straße begegnet z.B. gar keine Gedanken, wie dieser Mensch ist. Er ist Mensch. Ich denke, es ist völlig normal, wenn ein Behinderter angeschaut wird, denn er ist nunmal anders und das registriert das Gehirn doch zu allererst, oder? Gerade heute hatte ich so eine Situation, im Menschengemenge kam mir ein Rollstuhlfahrer entgegen, ohne Beine. Das habe ich gesehen, aber ich kann dir nicht sagen, wie sein Gesicht aussah. Zum einen weil es wirklich im Vorbeigehen war, zum anderen habe ich es einfach nur registriert, ohne neugierige Blicke zu werfen oder mich gar umzudrehen. Denn dass ein gehandicapter Mensch lange angestarrt wird und womöglich noch über denjenigen getuschelt wird, das finde ich auch unmöglich. Aber wie in den vielen Kommentaren zuvor schon geschrieben, ist es sicher oft auch die Unsicherheit der Menschen. Genauso ist es mit der Demenz. Viele können die Demenz des Angehörigen nicht akzeptieren oder verstehen. Oft gibt es Geschrei, weil man etwas zum 15x wiederholen muss oder wieder irgendein Blödsinn angestellt wurde, anstatt es ein 16.Mal zu wiederholen oder den Blödsinn mitzumachen oder Alternativen zu bieten. Natürlich ist es auch nervenaufreibend, aber man muss es der Person doch nicht noch schwerer machen. Alles in allem erfordern solche Situationen sicher ein wenig Einfühlungsvermögen.
    Nun wünsche ich dir und deinen Lieben ein schönes Wochenende und ich bin gespannt, ob du uns noch ein Feedback zu deinen gesammelten Antworten geben wirst.
    Herzliche Grüße
    Birthe

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    Antworten
    1. Ja Birthe, da hast Du natürlich Recht: das Hirn registriert den Anderen als "anders" und man schaut hin. Das ist nur natürlich und auch völlig ok.....solange es nicht zum gaffen und hinterherstarren wird. Das geht mir natürlich auch nicht anders. Und das Leben mit einem Demenzkranken z.B. ist sicher schwer und anstrengend, aber uns alle kann es irgendwann selbst betreffen und dann möchte man, dass so mit einem umgegangen wird, wie Du es beschreibst;
      liebevoll, geduldig und mit Würde.
      Danke auch Dir für Deine Worte! Ich bin echt überwältigt von Euren Kommentaren, damit hätt ich im Leben nicht gerechnet!
      Liebe Grüße
      Smilla

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  23. Liebe Smilla
    Hui jetzt hast du dann viel zu lesen. Da sind lange Kommentare für dich. Ich finde das so schön, dass du so offen über deine Gedanken, deine Situation sprichst. Das ist schon seltsam, denn da gibt es einen Kollegen unserer Familie der im Rollstuhl sitzt. Jedes mal wenn ich ihn sehe, spreche ich natürlich mit ihm. Aber ich fühle immer, wie verunsichert ich bin. Das mag ich nicht und sicher spürt er das auch. Ich kann einfach nichts machen.
    Weisst du, oft ist es Unsicherheit. Die Menschen, sooo beeinflusst durch all die Ideale in den Medien kicken wohl alles was nicht der " Norm " entspricht raus.
    Ich weiss wie sich deine Tochter fühlt. Ich habe seid 7 Jahren Kreisrunder Haarausfall. Ich hatte Zeiten, in denen ich Kopftücher trug. Es sah immer aus wie eine Frau, die halt Chemo macht. Nie konnte ich irgendwo durch, wo ich nicht angestarrt wurde. Manchmal hasste ich das echt!
    Nun, im Moment sind meine Haare sehr lang, aber ich habe seit einigen Wochen viele kahle Stellen. Sehen kann man nichts. Im Moment. Aber da ist auch Angst, wieder mein gesamtes Haar zu verlieren.
    Ohje Smilla, gell....eigentlich wollte ich jetzt nicht Jammern!! Ich fühle mich wohl einfach gerade ermutigt durch deinen Mut.
    Du bist ganz eine Liebe. Bitte Knuddle deine Tochter herzlich. Na ja, wenn sie das noch zulässt, so als Teeni;)
    Ganz herzlicher Gruss und danke für deine Kommentare. Ich freue mich immer so sehr!
    Manuela

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    Antworten
    1. Liebe Manuela,
      ich danke Dir so sehr für Deine offenen, persönlichen Worte!
      Ja, auch ich bin manchmal unsicher einem Behinderten gegenüber und das ist auch völlig ok. Ich finde auch, dass man das ruhig zeigen darf, damit kann der Betroffene sicher besser umgehen, als wenn man sich peinlich berührt abwendet.
      Und nein, Du hast nicht gejammert....ich kann Deine Angst so gut verstehen!
      Ich drück Dich mal fest ok?
      Liebe Grüße
      Smilla

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  24. Hallo Smilla,
    heute melde ich mich auch mal zu Wort, auch wenn ich sonst nur mit lese! Ein sehr schweres Thema, mit dem ich bis jetzt ganz belanglos umgegangen bin. Eine Bekannte sitzt im Rollstuhl nach einer MS Erkrankung und da sehe ich immer noch den Mensch von vor der Erkrankung. Ich sage auch: Lass uns Spazierengehen! Bis eine andere Freundin meinte, dass sei ja wohl total daneben, denn sie kann ja nicht mehr gehen. Das hat mich dann sehr zum Nachdenken gebracht. Wir haben dann darüber gesprochen und für die Bekannte war das völlig o.k. so! Aber man wird empfindlicher, ich bin nicht mehr ganz so sorglos weil ich Niemanden verletzen möchte, aber irgendwie hemmt das total. Und Du als Mutter empfindest manche Situationen bestimmt nochmal anders als Dein Kind (kann ich mir jedenfalls vorstellen). Ich glaube wenn wir offen miteinander umgehen und unsere Ängste und den Ärger immer mal wieder besprechen, wird es für alle ein gutes Miteinander. Bei fremden Personen wird es da schon schwieriger...
    Mein Bruider hat als Zivi einem Rollstuhlfahrer einen Wunsch erfüllt - ein großer LKW-Stern von Mercedes, den wollte der Junge unbedingt am Rollstuhl haben. Ich kannte ihn gar nicht, sah ihn aber einige Zeit später voller Stolz mit dem Stern herumfahren und hab ihn eine ganze Weile mit Freude angesehen. Vielleicht hat er sich auch unbehaglich gefühlt? Und ich habe nur die Freude gesehen....
    Schweres Thema und ich wünsche Euch von Herzen einen guten Umgang damit.
    GLG zu Euch
    Manu

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    Antworten
    1. Liebe Manu,
      ich freu mich so sehr, dass Du Dich zu Wort meldest, auch wenn Du sonst "nur" still mitliest!
      Tu GENAU das: geh sorglos damit um! Sag "wir gehen spazieren"....jeder weiss doch, was und wie es gemeint ist.
      Man braucht sich nicht verrenken und jedes Wort auf die Goldwaage legen! Im Gegenteil, manchmal ergeben sich sehr lustige Situationen....wir lachen sehr viel, aber über den Scheiss-Rollstuhl (sorry), das befremdet dann manche Leute...aber egal. Sei nicht gehemmt bitte.
      Ganz liebe Grüße
      Smilla

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    2. Liebe Manu,
      ich kannte ein Frau die von Geburt an blind war und als sie aus einem Urlaub zurück kam meinte sie," sie hat soviel gesehen". Da war ich etwas irritiert, was sie auch gleich merkte. Und sie sagte: Ich sehe auch, nur anders! Halt eben in meinen Gedanken! Du siehst jeder reagiert anders und deshalb ist es so schwierig zu sagen so verhält man sich richtig und so nicht. Wie oft verhält man sich, Menschen ohne Handicap, gegenüber falsch, oder?
      Ganz liebe Grüße Kerstin

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  25. Hallo liebe Smilla,

    ich finde es gut, dass Du auch in diesem Rahmen ein Thema ansprichst, das zwar nicht alltäglich ist bei den Bloggern, aber es ist Dein gutes Recht darüber zu schreiben weil es ja Dich betrifft und Dich ausmacht!
    Ich selber habe über 20 Jahre mit schwerbehinderten Menschen gearbeitet und ich weiß ziemlich genau wovon Du sprichst. Ich habe mich oft mit meinen Patienten darüber unterhalten wie viele Menschen auf
    Behinderte reagieren. Meistens ist es Unsicherheit oder auch Überforderung - dann verfallen viele in die "laute Babysprache" und die sprachlosen, starren sprachlos! Und die, die wirklich Mitleid haben, möchten besonders hilfsbereit sein - und bedenken gar nicht das der Behinderte Mensch oftmals sehr selbstständig ist und meistens auch um Hilfe bittet, sollte er sie wirklich benötigen!
    Ich kann mir gut vorstellen, dass es oft unangenehm ist, wie die "Gesunden" auf jemandem mit einem Handicap
    reagieren!
    Wie man es ändern könnte, kann ich leider nicht beantworten - weil viele einfach zuerst, schauen und reden, bevor sie denken!

    Ich wünsche Dir ein schönes Pfingstwochenende und recht liebe Grüße,
    Ingrid

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    1. Danke Dir, liebe Ingrid.
      Wir können versuchen, andere zum Nachdenken anzuregen, so wie hier.
      Ich glaube ganz sicher, dass jeder, der hier kommentiert hat, vielleicht sogar jeder, der den Post gelesen hat....das nächste Mal, wenn er auf einen behinderten oder kranken Menschen trifft, an meine Worte denken wird!
      Und das ist doch schon was oder?
      Liebe Grüße
      Smilla

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  26. Hallo Smilla,
    nun...ich habe den Post schon heute Morgen gelesen, doch schnell irgendetwas hinschreiben wollte ich nicht. Deshalb habe ich über Deine Zeilen erst einmal den Tag über nachgedacht, so gut es eben ging. Habe im Moment wirklich sehr viel zu tun.
    Das Thema Behinderung ist ein Thema mit dem ich schon sehr viel in Kontakt kam, da ich im Behindertenheim gearbeitet und davor viele Praktikas absolviert habe. Der Umgang mit körperlich und auch geistig Behinderten Menschen ist mir überhaupt nicht fremd. In dieser Zeit habe ich so gut es geht gelernt, Menschen mit Handicap so normal wie möglich zu betrachten und zu behandeln. Ich hatte eine sehr sehr interessante Zeit in dieser Einrichtung und seitdem sehe ich die Welt ein klein wenig mit anderen Augen. Ich sass auch mal einfach so in einem Rollstuhl, um zu sehen, wie es wohl sein muss, sich nicht-gehend fortbewegen zu können.
    Dieses Projekt "im Rollstuhl sitzen für best. Zeit", wird auch in manchen Schulen angeboten. Gerade für Kinder ist es von Anfang an wichtig, zu erkennen dass Menschen mit Behinderung vollwertige Menschen und Mitglieder der Gesellschaft sind, egal welche Behinderung sie haben.
    Ich habe im Rahmen meines Studiums die Gebärdensprache gelernt und damit ebenso sooo viel gewonnen und Einblicke in die Welt der Sinnesbehinderungen bekommen, da ich mich seitdem sehr gerne mit hörbehinderten Menschen unterhalte.
    Ich finde Deinen Post heute ganz besonders toll, Smilla!
    Dieses Thema anzusprechen finde ich sehr sehr wichtig. Danke Dir dafür!!!
    GLG und ein schönes Pfingstwochenende wünsche ich Dir und Deiner Familie.
    Brigitte
    PS Deine Bilder sind grossartig geworden!!!

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    1. Liebste Brigitte,
      ich beneide Dich um die Gebärdensprache...wirklich!
      Und ich finde es toll, dass es solche Schulungen gibt, in denen man lernt, sich wie ein Behinderter zu "fühlen".
      Ich denke sowas ermöglicht einem eine ganz andere Sicht auf die Dinge.
      Danke dafür, dass Du Dir die Zeit genommen hast, so ausführlich zu antworten!
      und Danke für noch ganz viel mehr...Du weisst schon ;-)
      Liebe Grüße
      Smilla
      PS: wegen der Bilder schreib ich Dir noch ne Mail, hab da noch eine Frage

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  27. Hallo Smilla,
    ja, da muss ich dir zustimmen. Es ist oft so, dass Menschen mit Mitmenschen, welche eine Behinderung haben oft sehr distanziert oder "künstlich" umgehen. Deshalb liebe ich die Tiere so sehr, weil sie ohne Vorurteile und "künstlichem Getue" auf Menschen jeglicher Art, ob reich oder arm , ob dunkel oder hell, ob gesund oder krank, zugehen.
    Mir und meinem Hund sind bei einem Spaziergang einmal eine Gruppe geistig behinderter Menschen begegnet. Mein Hund ist eher scheu und geht nicht gleich zu Fremden hin. Doch als ein junger Mann aus dieser Gruppe meinem Hund die Hand hinhielt kam mein Hund auf diesen zu , leckte ihm seine Hand und wedelte mit dem Schwanz. Der junge Mann lachte über das ganze Gesicht. Ich werde diese Begegnung nie vergessen. Wir sollten behinderte Menschen genau gleich behandeln wie gesunde. Mit Liebe, Respekt und Anerkennung.
    Liebe Grüße,
    Christine

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    1. Stimmt christine, Tieren ist es egal, ob man gross oder klein, dick oder dünn ist....oder ob man zwei Beine hat oder "nur" Räder unterm Hintern...das ist herrlich!
      Danke, dass Du Dein Erlebnis aufgeschrieben hast!
      Liebe Grüße
      Smilla

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  28. Hallo Smilla,
    ich bin spät dran mit meinem Kommentar.
    Wir waren lange draussen.
    Jetzt stöber ich noch etwas in den Blogs und muss zu deinem
    Thema doch noch was schreiben .Ich finde es toll und auch ganz wichtig,
    das du andere mal zum Nachdenken anregst.
    Ich arbeite ich einer Apotheke und habe täglich mit kranken und auch behinderten Menschen zu tun.
    Um die Ecke ist direkt ein Alten- und Pflegeheim und somit sind meine Kunden auch oft mit Rollstuhl,Rollator oder Geh-
    hilfen bei mir in der Apotheke.
    Und es ist mir ganz wichtig, diese Menschen so normal wie möglich zu behandeln.
    Niemand , der im Rollstuhl sitzt, ist automatisch schwerhörig.
    Also kein Grund, ihn überlaut anzusprechen.
    Auch leicht Demenzkranke oder zerstreute Senioren darf man nicht ungeduldig behandeln.
    Ich arbeite schon über 20 Jahre in dem Beruf und viele Kunden habe ich schon "gesund " oder ohne
    Rollstuhl gekannt.
    Wir werden alle nicht jünger und das mindeste, was man im Alter oder im Krankheitsfall erwarten kann,
    ist Würde und Respekt.
    Eine Freundin von mir hat einen Sohn mit Down-Sydrom.
    Glaub mir, ich könnte dir Romane erzählen, was sie schon alles erlebt hat und wogegen sie seit 15 Jahren
    ankämpft.
    Er ist ein absolut liebenswerter Junge und er geniesst nichts mehr, wenn er wie alle anderen behandelt und vor allem
    mit einbezogen wird.
    Und auch da erlebt man es immer wieder, wenn über statt mit ihm gesprochen wird.Schade...
    Danke für das wichtige Thema, es müsste viel mehr darüber gesprochen werden.
    Magst du schreiben, was deiner Tochter fehlt ??
    Wenn nicht , ist das auch OK...
    Ein tolles restliches Wochenende ,liebe Smilla
    Andrea

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    Antworten
    1. Liebe Andrea,
      schön, dass Du Dir die Zeit genommen hast zu antworten!
      Genau so ist es: wir alle werden nicht jünger und müssen überlegen, wie unser Leben im Alter und mit Krankheit aussehen soll, wie WIR dann behandelt werden möchten.
      Ich möchte einfach nur zum Nachdenken anregen....und wie man an den vielen, langen Kommentaren sieht, hab ich das wohl geschafft ;-) ich bin echt überwältigt!
      Meine Tochter leidet an einer seltenen Knochenstoffwechselstörung.
      Liebe Grüße
      Smilla

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  29. Liebe Smilla,
    erstmal ein Kompliment für deine Bilder! So gemütlich wie es bei dir aussieht, hätte ich mich gerne zu einem Kaffee zu dir in den Garten gesetzt, auch um mit dir über dieses etwas ernstere Thema zu sprechen. Ich finde es gut, dass du so offen darüber redest. Früher habe ich in einem Krankenhaus gearbeitet und bin dort auch mit viel Leid konfrontiert worden. Ich denke auch, dass viele Menschen einfach unsicher im Umgang mit behinderten Menschen sind und nicht wissen, wie sie reagieren sollen. Aber am besten ist es doch mit behinderten und alten Menschen so umzugehen, wie auch ich es mir für mich in so einer Situation wünschen würde - so normal wie möglich. Das ist sicher nicht immer leicht.
    Aber oft verstehe ich auch die Menschen nicht. So zum Beispiel, traf ich vor ein paar Jahren immer morgens, wenn ich zum Bäcker ging, auf einen jungen Mann mit Down-Syndrom, der dort auf den Bus wartete. Er wollte immer den vorrübergehenden Passanten einen "Guten Morgen" wünschen und ihnen die Hand schütteln. Die Leute haben sich teilweise weggedreht und sind einen Bogen um den jungen Mann gelaufen, nur um nicht mit der Situation konfrontiert zu werden. Ich habe ihm immer gerne die Hand geschüttelt und gefragt, wo er denn mit dem Bus hinfährt und er hat sich wahnsinnig gefreut.
    Mich haben die Leute dann auch komisch angeschaut. Als er eines Tages nicht mehr da war, fand ich es fast traurig...
    In solchen Augenblicken bin ich dann manchmal richtig wütend auf die Leute, die sich so gegenüber behinderten Menschen verhalten... und sage mir dann aber, das es eben an deren Unsicherheit liegt und sie halt nicht wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen.

    Heute werde ich sicher noch oft über dieses Thema nachdenken... schön, dass du es angesprochen hast. Deiner Tochter und dir wünsche ich viel Mut, bei allem, was kommen wird.

    Schöne Feiertage und ganz liebe Grüße
    Petra

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    1. Ich danke Dir Petra!
      Genau DAS ist es doch, was ich erreichen möchte: man denkt noch eine Weile darüber nach, was ich geschrieben habe und wenn man das nächste Mal "so jemandem" begegnet, dann wird man hoffentlich wieder an meine Worte denken.
      Schön, dass Du mit diesem Mann so freundlich und normal umgegangen bist, ich denke, niemand bricht sich einen Zacken aus der Krone, in dem er mal eben freundlich guten Morgen sagt!
      Liebe Grüße
      Smilla

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  30. Hej Smilla,
    ja siehst du: So viele Kommis! Das zeigt doch eigentlich nur, dass wir Blogger, die so gern als oberflächlich, dekowütig und nicht in der realen Welt agierend dargestellt werden, sehr wohl was mit ernsteren Themen anfangen können! Geht mir ja selber so, ich spreche gerne auch Themen an auf meinem Blog, die vielleicht unangenehm sind im ersten Moment, im zweiten aber für ganz viel Resonanz sorgen!
    Dein Thema ist für mich persönlich eigentlich gar keins, denn für mich sind behinderte und nicht der Norm entsprechende Menschen "normal". Ich hab eine zweite Ausbildung gemacht zur Erzieherin für mehrfachbehinderte Kinder, und in meinem jetzigen Job in der Klinik begegne ich täglich Menschen, an denen etwas nicht "normal" ist. (Wobei ich ja andauernd in Frage stelle, was normal ist, und ich ab und an "normale" Menschen ganz schön eigenartig finde! ;oD)
    Bei vielen wird es einfach die Angst sein, sich nicht richtig zu verhalten, die dann dazu führt, dass sie wirklich verspannt und seltsam reagieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es am besten ankommt, wenn man auch mal nachfragt, warum jemand so ist, wie er ist. Aber nicht aus reiner Neugier; man sollte dann schon dem Betroffnen das Gefühl geben, dass sein Schicksal einem wirklich interessiert! Das geht natürlich nicht wirklich gut bei ganz fremden Menschen.
    Mein Rat ist da einfach: so mit der Person umgehen, wie man mit jedem andern umgeht! Du sagst es ganz richtig: Der Umstand, dass jemand im Rollstuhl sitzen muss, weil die Beine ihren Dienst versagen, bedeutet in keinem Fall, dass dann auch die Intelligenz auf der Strecke geblieben ist! Das passiert wohl häufig auch Menschen, die an Spasmen leiden. Wenn ich ihnen begegne, macht mich das oft ganz betreten, WEIL ich weiss, wie sie gleich von andern behandelt werden; nämlich wirklich so, wie wenn sie auch geistig behindert wären. Diese Vorstellung finde ich grausam!
    Oder gestern: Bei uns ist grad ein Oldtimertreffen im Ort, der Menschenauflauf gewaltig! Da fährt eine Dame ihre (nehme ich an) alte Mutter im Rollstuhl durch die Menge, die offensichtlich dement ist, mit Stoffhündchen auf dem Schoss. Die alte Dame winkt freudenstrahlend in die Menge- keiner reagiert, alle gucken weg, nur ich lache zurück und winke. Hallo???? Hat sie die Pest, oder was?? Jeder klar denkende Mensch sollte sich mal vor Augen halten, dass auch er Opfer dieser Krankheit werden kann, denn Demenz ist auf dem Vormarsch. Und wer von uns weiss denn, wieviel die alte Dame wirklich wahrnimmt
    von dem, was um sie herum passiert? Mehr als wir annehmen vielleicht? Also kann ich nur unterschreiben, was du sagst: Das Beste ist, wenn man Menschen mit einer Behinderung, gleich welcher Art, immer so behandelt, wie man selber behandelt werden möchte. Punkt.
    Weiterhin entspannte Pfingsttage dir!
    Hummelzherzensgrüsse!

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  31. Liebe Frau Hummel,
    ich freu mich über Deine Zeilen, gerade weil Du auch gern mal "diskussionswürdige" Themen auf Deinem Blog bringst.
    und genau: es kann uns alle treffen: im Alter oder auch gleich morgen durch einen Unfall oder Ähnliches. Das sollten wir nie vergessen.
    Danke Dir! und liebe Grüße
    Smilla

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  32. Liebe Smilla,

    Deinen Post finde ich unglaublich hilfreich, es sind so viele Denkanstöße drin, die helfen, das eigene Verhalten zu hinterfragen. Viele Fehler im Umgang mit Behinderten macht man ja aus Unsicherheit, nicht in böser Absicht, ich denke, das kann man meist unterstellen. Deine Sicht als "Insiderin" ist da wirklich interessant.

    Als meine gehbehinderte Mutter nach einer OP in einem Kurzzeitpflegeheim war, ist mir aufgefallen, dass leider auch viele Mitarbeiter in diesen "Residenzen" das von dir beschriebene Verhalten an den Tag legen. Als Angehörige musste ich mir da öfter mal eine Bemerkung verkneifen, um meiner Mutter nicht zu schaden. Ich bin oftmals richtig wütend da rausgegangen. Hier fehlt einfach geschultes Personal.

    Nun wünsche ich dir noch weiter schöne Pfingsten! Herzliche Grüße,

    Angelika

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    1. Liebe Angelika,
      ich danke auch Dir für Deine Worte.
      Eine "Insiderin" bin ich sicher nicht, ich bin nur jemand, der beobachtet, was um ihn vorgeht und nicht immer damit klarkommt.
      Ganz liebe Grüße zurück,
      Smilla

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  33. Liebe Smilla,
    ich danke Dir sehr, dass Du dieses Thema ansprichst.Ich
    bin mit einem behinderten Jungen aus der Nachbarschaft
    aufgewachsen und weiß somit genau, wie man jemanden
    mit Behinderung behandeln sollte.Meine Söhne wurden von
    klein auf so erzogen, dass sie Behinderte, Alte, Kranke usw.
    mit Respekt behandeln und vor allen Dingen so, als wären sie
    ganz "normal".Behinderte brauchen kein Mitleid, das wäre
    vollkommen unangebracht.Jeder von uns kann jederzeit
    durch einen Unfall oder Beispielsweise auch eine in sich
    schlummernde Krankheit, ich spreche hier von MS, dass
    bei vielen erst spät entdeckt wird, im Rollstuhl landen, dieses
    muss man sich immer wieder vor Augen führen.Die Geschichte
    mit dem alten Herrn hat mich sehr berührt.Ich hatte Dir mal
    geschrieben, dass meine Eltern beide an Krebs gestorben
    sind und meine Mutter musste im Endstadium ihrer Erkrankung
    leider im Rollstuhl sitzen.Sie bekam alles mit, konnte sich aber
    nicht mehr so gut äußern bzw. an viele Dinge nicht mehr erinnern.
    Als wir sie besucht haben bekam ich gerade noch mit, wie ihr
    Lebensgefährte vor ihren Freunden ÜBER sie redete, auch nicht
    MIT ihr.Er sagte zum Beispiel, dass sie ja nichts mehr mitbekommen
    würde und das sie doch NOCH gut aussehen würde trotz der
    weit fortgeschrittenen Krankheit.Ich habe da sofort zwischengefunkt,
    weil ich es nicht ertragen konnte, dass man so über sie redet, das
    hat niemand verdient.Lange Rede kurzer Sinn, allen gehandikapten
    Menschen gegenüber sich so verhalten wie man es selber gerne
    hätte, ich denke, dass ist nicht zu viel verlangt.Vor Deiner Tochter
    ziehe ich meinen Hut.Ich finde es toll, wie sie mit ihrer Krnakheit
    umgeht bzw. mit der Tatsache, dass sie häufig auf den Rollstuhl
    angewiesen ist.Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Liebe
    und mehr Verständnis von den Mitmenschen.
    Liebe Grüße
    Christina

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    1. Danke Dir für Deine lieben Worte, ja...wenn wir alle ein wenig mehr nachdenken, bevor wir handeln, wird das helfen!

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  34. DANKE für den berührenden POST,,,,
    und für de ehrlichen WORTE,,,,
    i selber hab überhaupt KOA PROBLEM mit behinderte MENSCHEN...
    für mi san alle gleich,,,,,
    mei TOCHTER und i haben uns grod des letzte mal
    über des THEMA unterhalten,,,,
    mein jüngster ENKEL hat ADHS.. is entwicklungsverzögert,,,
    und hat WAHRNEHMUNGSSTÖRUNGEN,,,
    des hoast man kann ihn koane FÜNF SEKUNDEN alleine lassen,,,
    weil ER AUCH koa GEFAHR erkennt,,
    auf alle FÄLLE... in sein KINDERGARTEN:::
    IN dem viele mit BEHINDERUNG,,,, SIND is ein AUTISTISCHER JUNGE
    und als unser ELIAS GEBURTSTAG ghabt hat wollte er nur diesen JUNGEN einladen
    ALS mei TOCHTER die EINLADUNG der MUTTER gegeben HAT::
    is de MAMA von den BUAM zum weinen kummen;;;;
    weil DER JUNGE noch nie eingeladen worden is,,,,
    SIE hat sich soooo gefreut;;;;
    SIE konnt es gar nit glauben,,,
    übrigens UNSER ELIAS auch no nia,,,, leider,,,,
    und des merkt der KLEINE natürlich auch,,,,
    i find es sooo schaaade;;; DAS man immer noch soooo UNTERSCHIEDE
    macht,,,, i find MEIN ELIAS ... ein SONNENSCHEIN -.KIND,,
    etwas anstregend zwar,,,zwinker,,,zwinker,,, aber für mi ein gaaaaaanz normales KIND
    wünsch eich auf alleeeee FÄLLE ein wunderscheeeenen TOG no und DANKE
    für de liabe NACHRICHT;;; bussale bis bald de BIRGIT

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    1. Liebe Birgit,
      ja...jeder der "anders" ist, wird schnell ausgegrenzt und das mach gerade auch vor Kindern nicht halt...leider.
      Ich kann mir gut vorstellen, wie sehr das Dir in der Seele wehtut, wenn es da um Deinen süssen Elias geht!
      Danke für Deinen Kommentar, es ist so schön, wie viele hier geantwortet haben...damit hätt ich nie gerechnet!
      Liebe Grüße
      Smilla

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  35. Liebe Smilla,
    Danke für diesen wunderschönen Post.
    Es wurde glaube ich auch schon alles von meinen Vorschreiberinnen gesagt.
    Sind wir nicht alle ein bisschen anders?
    Was ist normal, was ist unnormal?
    Jeder sollte mal tief in sich gehen und sich diese Fragen stellen.
    Ganz liebe Grüße, Andrea

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    1. Ja Andrea, das sehe ich auch so. Normalität ist relativ.

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  36. Liebe Smilla!
    Ich arbeite bei einer grossen Krankenkasse und war sehr lange im direkten Kundenkontakt. Wenn man viel mit kranken und auch behinderten Menschen zu tun hat, verändert sich der Blickwinkel. Ich habe kaum Berühungsängste, weil ich durch meine vielen beruflichen Begegnungen gelernt habe, dass Menschen i.d.R. recht offen mit Ihrer Situation umgehen. Sie haben ihre Krankheit oder Behinderung angenommen und wollen ganz normal behandelt werden. Häufig sind Leute über meine Direktheit überrascht, aber im positiven Sinne! Aber nicht jeder kann mit veränderten Situationen umgehen. Häufig trübt es die Makellosigkeit, die erwartet wird. Es ist schön, dass Du ein ernstes Thema ansprichst, was Dir am Herzen liegt. Auch dazu gehört Mut und Offenheit! Ich finde es toll! Ich hoffe, dass Deine Tochter eine Menge netter Begegnungen in ihrem Leben hat!! Auf Behinderte Menschen zuzugehen erfordert halt auch oft Mut!
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend!
    Viele liebe Grüße
    Ulla

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    1. Liebe Ulla, ich danke Dir sehr für Deine Worte!

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  37. Liebe Smilla,
    meine Mutter ist halbseitig gelähmt und das seit ihrem viertem Lebensjahr.
    Also bin ich damit groß geworden. Ich kann dir allerdings auch sagen, das es aus Anteilnahme geschied, wenn Menschen gucken und weil sie selbst unsicher sind oder weil sie Rücksicht nehmen wollen (z.B. auf einem Flohmarkt). Und trotzdem ist es wichtig diese Dinge mit ihr zu machen!!!
    Als Teenie möchte man sowieso am liebsten unsichtbar sein. Es ist wie mit einem Pickel im Gesicht; jeder denkt man starrt darauf. Dabei hat den kaum jemand registriert.
    Schlimm wird es erst ,wenn eine Person auch ein Handicap mit der Sprache hat. Dann fangen die Leute plötzlich an mit diesem Menschen zu reden, als könne er nicht klar denken. Das ist aber auch Unwissenheit.
    Natürlich gab es auch einmal eine ganz böse Anfeindung (allerübelster Sorte). Da war ich 10 Jahre alt.
    Meine Mutter meinte, dass es früher schlimmer war. Heute hat sie das Gefühl dazuzugehören, obwohl ihre Behinderung heute stärker ausgeprägt ist.
    Meine Mutter kann zwar nicht laufen aber sie hat trotzdem alles in ihrem Leben gemeistert ( z.B. 2 Kinder großgezogen)
    Wichtig ist es, dass das Umfeld Geduld hat! Die Dinge den Menschen mit Handicap nicht aus der Hand zu nehmen nur weil es dann schneller geht. Und glaube mir, das ist nicht ganz einfach.
    Ein Mensch mit Handicap sollte es so sehen. Er hat eine sichtweise, die ein Mensch ohne Handicap nicht hat. Er ist feinfühliger und hat andere Sinne geschärft. Bestärke deine Tochter in all' diesen Dingen und gib ihr damit eine große Portion Selbstbewußtsein mit ins Leben. Mit diesem Hintergrundwissen sieht sie die Menschen vielleicht auch anders, den deine Tochter wird uns allen etwas voraus haben und das meine ich nicht im positivsten Sinne. Und sollte sie den Rollstuhl nicht mehr brauchen, wird sie ihre neugewonnenen Eigenschaften nicht verlieren.
    Allerliebste Grüße Kerstin

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    1. Danke Dir Kerstin fürs Aufschreiben Deiner persönlichen Erlebnisse.
      Ja, ich hoffe sehr, dass ich meiner Tochter mehr als "ein dickes Fell" mitgeben kann, sondern es schaffe, sie in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken und ihr Handycap irgendwann als "normal" anzunehmen.

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    2. Liebe Smilla,entschuldige ich meinte natürlich im positivsten Sinne, das" nicht" sollte dort nicht rein. Ich hatte aber negativ erst dort stehen und dann war es mit dem Wort "nicht" richtig. Verdammt, so hat es ja die völlig falsche Bedeutung!

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    3. keine Sorge, ich hatte nur kurz gestutzt und mir dann gleich gedacht, dass es ein Tippfehler ist ;-)

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  38. Liebe Smilla,
    ein wichtiges Thema sprichst du hier an. Darüber habe ich mir auch schon oft Gedanken gemacht- immer dann wenn ich eine solche Begegnung hatte. Habe ich mich richtig verhalten? Ich möchte mich "normal" verhalten und auf keinen Fall jemanden verletzen. Aber genau diese Beweggründe führen dann oft zu einem verkrampften Bemühen, was einen "normalen" Umgang nicht einfach macht.
    Eine Kollegin ist blind, zu Anfang war ich auch unsicher wie ich mit ihr umgehen soll. Das hat sich aber komplett gegeben als ich sie kennengelernt habe.
    Ich bin schon immer ein "Beobachter" - registriere das Geschehen in meinem Umfeld sehr genau. Meinen Beobachtungen zufolge ist es aber auch die andere Seite, die vielleicht ab und an (und natürlich nicht in diesen krassen Fällen über du berichtest) einen mitfühlenden Blick anders deutet. Es kommt immer darauf an worauf man seinen eigenen Fokus richtet. Bitte verstehe mich nicht falsch- ich bin der Meinug dass beide Seiten am Umgang miteinander "arbeiten" müssen.
    Und diese "armen" Menschen die sich so verletzend verhalten stecken meiner Meinung nach voller Angst, Unsicherheit und gänzlich ohne Selbstbewusstsein- die können einem richtig leid tun !
    Ganz liebe Grüße
    Ute

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    1. Liebe Ute,
      Du hast Recht, es sollte von BEIDEN Seiten unverkrampft laufen.
      Aber wenn man sich Gedanken darüber macht, ist das doch schon die halbe Miete....und Unsicherheit darf man ruhig zeigen...

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  39. Liebe Smilla,
    ich bin ja die vergangene Woche nicht zum Samstagskaffee gekommen und hatte erst heute wieder Zeit, etwas ausgiebiger zu lesen... Ja, es ist ein sehr ernstes Thema, dass Du heute ansprichst, aber ich finde es wichtig, dass Du es tust. Ich finde es auch immer schlimm, wenn Menschen mit besonderen Bedürfnissen angestarrt oder wie Kleinkinder behandelt werden. Ich mag es per se schon nicht, wenn mit Babies und Kleinkindern in "Babysprache" gesprochen wird. Ich finde, jeder Mensch sollte Ernst genommen werden, egal wie alt und ob mit Behinderung oder ohne und man sollte versuchen, einen ganz "normalen" Umgang zu pflegen. Mir wurden jegliche Berührungsängste schon in der Grundschule genommen ( in Italien werden Kinder mit besonderen Bedürfnissen in Regelklassen integriert) da bei uns in der Klasse ein "geistig und körperlich schwerst behindertes" Mädchen integriert war. Eine sehr positive Erfahrung, die ich nach soooo vielen Jahren immer noch als sehr wertvoll im Gedächtnis trage.
    Ich wünsche Dir einen guten Start in die Woche und herzliche Grüße an Deine Tochter!
    Lieben Gruß, Kebo

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    1. Danke Dir Kebo, ich freu mich hier so über jeden einzelnen Kommentar, ich hätte nie mit soviel Resonanz gerechnet...damit habe ich mein Ziel schon erreicht.

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  40. Liebe Smilla,

    unser ältester Sohn leistete seinen Zivildienst in einer Einrichtung für erwachsene Menschen mit Behinderung. Am Anfang war er im Fahrdienst und für hausmeisterliche Tätigkeiten eingesetzt, je länger der Dienst dauerte desto mehr pflegerische Tätigkeiten kamen hinzu. Anfangs hatte er große Probleme, später sagte er:"Es gibt Handschuhe für alles." Nach dem Zivildienst bis zum Studienbeginn arbeitete weiter in einem Wohnheim, volle Pflege, erwachsene Männer und Frauen. Unser Sohn ist in dieser Zeit erwachsen geworden. Er fragte einmal: "Mama, bist Du irgendwann einmal angemacht worden, weil Du vier Kinder hast." - Ich: "Ja das bin ich, nicht nur einmal". Seine Antwort: "Die Leute wissen gar nicht wie toll es ist viele Geschwister zu haben, ich bin so glücklich drei gesunde Brüder zu haben.
    Jeder junge Mensch sollte eine gewisse Zeit mit Menschen, denen das Glück nicht so hold war arbeiten und leben müssen. Ich gebe zu, dass mir manche Tätigkeiten, die mein Sohn verrichtete sehr schwer gefallen wären.

    Ich wünsche Dir und Deiner Tochter weiterhin viel Geduld, Humor und Gelassenheit mit der Dummheit anderer Menschen

    Judika

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  41. Liebe Judika,
    die Geschichte Deines Sohnes ist toll....genau sowas öffnet einem Menschen die Augen. Zeigt einem wieder, wieviel Glück man doch im Leben hat.
    Dein sohn ist in dieser Zeit über sich hinausgewachsen, ist erwachsen geworden und weiss nun ganz anders zu schätzen, wie gut es ihm geht.....und dass da andere sind, bei denen es nicht so ist.
    Danke für Deinen Kommentar, ich bin immer noch überwältigt, wie viele sich die Zeit dafür genommen haben....und das in unserer angeblich doch so oberflächlichen Bloggerwelt!
    lg
    Smilla

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  42. liebe smilla, ein großartiger post, der genau das anspricht was ich so oft denke! lieb grüße von aneta

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Jeder Kommentar ist für mich wie Weihnachten, ich freu mich total drüber!
Jedem von Euch einen Gegenbesuch abzustatten, schaffe ich nicht immer....aber ich gebe mein Bestes!

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